Über das Schenken...


Als ich vorgestern mit meiner Freundin telefonierte, sind wir aufs Thema Geschenke gekommen und die Tatsache, dass es von Jahr zu Jahr anstrengender wird, sich für Familie und Freunde individuelle Präsente zu überlegen. Aber warum eigentlich? Die Anzahl der zu Beschenkenden hat sich doch nicht signifikant erhöht. Was stört uns denn mittlerweile so am Schenken? Warum sind wir so gesättigt davon? Ist es dieses Muss, mit aller Gewalt irgendeine überflüssige Kleinigkeit zu besorgen? Oder das Gefühl, dass der zu Beschenkende sowieso alles hat, was er braucht?

Mal ehrlich, eigentlich sind wir alle wunschlos (glücklich). Wenn wir etwas benötigen oder unbedingt haben wollen, dann kaufen wir es uns. Sofort. Ohne auf etwas zu sparen, ohne sich was zu einem Anlass zu wünschen.

Fragt mich jemand aus der Verwandtschaft nach Geschenksideen für meine Mädels, schrillen bei mir innerlich die Alarmglocken, die signalisieren: "Sie haben alles, sie haben keinen Platz für neues Spielzeug. Sie hatten noch nicht mal die Chance, sich ausführlich mit dem ganzen aktuellen Spielzeug auseinanderzusetzen." Aber natürlich kann ich auch Oma und Opa irgendwie verstehen, dass ihnen das Herz aufgeht, wenn die geliebten Enkerln mit leuchtenden Augen die Packerl aufmachen.

Es ist ein Dilemma und ein wahres Luxusproblem unserer Gesellschaft. Und wenn man genau hinschaut, dann tut es irgendwie weh, dass wir uns hier krampfhaft überlegen, wie wir für jemanden Geld ausgeben, der sowieso nix braucht, wenn es in vielen Teilen der Welt ganz anders zugeht.

Und deshalb haben wir dieses Jahr im Freundinnenkreis beschlossen, zu spenden statt zu schenken. Und das lässt mich die Sinnhaftigkeit von Weihnachten wieder ein bisschen mehr spüren.

Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass uns allen das Schenken wieder mehr Freude bereitet. Dass dieses dauernde Jammern aufhört, man könne die Adventszeit gar nicht genießen, weil man so gestresst ist, alle Geschenke zu besorgen.

Meine Freundin beschenkt seit zwei Jahren nur noch die Kinder in der Familie und evtl. einen von den Großen, wenn ihr zufällig etwas Passendes über den Weg läuft. Sie schenkt von Herzen und erwartet keine "Gegenleistung". Das finde ich großartig. In vielen Familien wird mittlerweile gewichtelt - auch ein guter Weg der Entschleunigung, wenn der Fokus nur auf einer Person liegt und man so vielleicht ein wirklich passendes Geschenk findet.


Wie haltet ihr es mit dem Schenken? Empfindet ihr ähnlich?



Lieben Gruß
Lisa

CONVERSATION

7 Kommentare:

  1. Liebe Lisa,
    das sehe ich ähnlich. Ich spende seit Jahren lieber und die Geschenke fallen entsprechend klein aus .. Dieses Jahr gibts für meine Geschwister mit Anhang z.B. "nur" Schokolade ..
    Meine Kinder haben das von Anfang an so kennengelernt: Ihre Geschenke sind klein (aber mit Liebe ausgewählt - und allermeistens nützlich) und dafür bekommt jemand in Not Hilfe von uns (allermeist unser Patenkind in Afrika). Die Kinder haben sich sogar längst drauf eingestellt: Mein Jüngster wünscht sich einfach nur Stifte zum Zeichnen =)
    Ich bin also was Geschenke angeht ziemlich bis total entspannt ..
    Euch einen wunderschönen Adventssonntag,
    Joy

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  2. Geschenke, die von Herzen kommen sind am schönsten. Geld spenden für einen guten Zweck mache ich seit Jahren. Jetzt konnte ich meinen Freund auch damit anstecken. Das freut mich am allermeisten. What goes around, comes around. Vielen Dank für Deinen inspirierenden Post sagt Daniela

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  3. Geschenke, die von Herzen kommen sind am schönsten. Geld spenden für einen guten Zweck mache ich seit Jahren. Jetzt konnte ich meinen Freund auch damit anstecken. Das freut mich am allermeisten. What goes around, comes around. Vielen Dank für Deinen inspirierenden Post sagt Daniela

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  4. Ich schenke eigentlich nur den wichtigsten Menschen etwas - das sind nämlich die, mit denen ich Heiligabend verbringe: Eltern, Bruder, Freund, Oma und Patenkind. Bei ihnen hab ich mir übers Jahr Geschenkideen schon aufgeschrieben und hatte so gar keinen Stress beim Geschenkeaussuchen.

    Weil ich dann noch Geld in meinem Geschenkebudget über hatte, bekommt der Bruder meines Patenkinds eine Kleinigkeit, damit er nicht leer ausgeht. Und dieses Jahr war ich wirklich gut dabei, hab meinen drei liebsten Freundinnen noch eine Kleinigkeit gekauft, die sie mit einem lieben Brief bekommen werden.

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  5. Du sprichst mir aus der Seele! Ich finde es schrecklich, welch ein Konsum mittlerweile herrscht.
    Ich hatte es erst unlängst mit der Schwiegermutter, dass sie doch bitte kein Aufsehen um die Geschenke für den kleinen Mann machen soll. Aber da redet man auch leider gegen eine Wand. Und wieder wird an Weihnachten ein großes, teures Geschenk da stehen und der kleine Mann mit gerade einem Jahr weiß gar nicht was geschieht.
    Da finde ich eure Idee mit dem Spenden doch viel schöner. Toll, dass ihr das so handhabt.
    Liebe Grüße
    Anette

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  6. ich hatte glück. in diesem jahr haben mich die geschenke ganz einfach gefunden. beim gang über den weihnachtsmarkt oder aber im gespräch mit den lieben. im bekanntenkreis verschenke ich hauptsächlich selbstgemachtes. das macht mir dann schon bei der herstellung freude. kleine geschenke, hübsch verpackt mit auf dem weihnachtstisch, die dann vielleicht sogar noch aufgegessen werden können und später nicht im regal vollstauben, sind doch prima. liebe grüße, sabine&paula

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  7. Mir ging es die letzten Jahre genauso. Viele Geschenke besorgen zu müssen wurde immer mehr zur Belastung.
    Seit letztem Jahr wichteln wir und ich muss sagen, es ist eine Erleichterung. Ich kann mich im Advent auf andere Dinge konzentrieren und muss nicht dem Einkaufswahnsinn folgen. Außerdem spare ich auch viel Geld.
    Ich finde auch, dass der Sinn von Weihnachten mit der vielen Schenkerei abhanden kommt.
    LG - Margit

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