Wenn sich die Kücheninsel auf einer Seite als Bücherregal präsentiert, wirkt sie sofort wohnlicher. Foto: quartier vier.
Es ist ja schon fast Tradition geworden, dass ich kurz bevor die "echten" Trends frisch von der imm Cologne kommen, meine persönlichen Highlights für 2019 und 2020 hier veröffentliche. Mittlerweile beschäftige ich nicht mehr nur privat mit Interior, sondern auch großteils beruflich und mit der Zeit entwickelt man da ein Gefühl dafür, was in naher Zukunft zum Trend werden könnte und was sich nicht mehr lange halten wird. Was geht, was bleibt, was kommt? In einer Mini-Reihe werde ich euch ab heute meine 10 größten Interiortrends 2019 vorstellen!

Gleich vorneweg: Im Interieur-Bereich verhält es sich mittlerweile wie in der Mode: Im Prinzip  funktionieren inzwischen viele Richtungen nebeneinander. Während irgendwo kurz die Farbe orange hip wird, ist man auch heute noch mit all in white auf der sicheren Seite. Aber auch dunkle Farben sind ganz weit oben dabei. Man kann sich also austoben :-)

Ganz klar vorbei ist jedoch die Zeit von Shabby Chic, maritimen Möbeln sowie Industrial, außer - ich werde nicht müde, es zu erwähnen - es passt zur Umgebung. Wohne ich in einem Loft, sind industrielle Möbel und Accessoires immer cool. Habe ich ein gemütliches Cottage, dann passt auch der Landhausstil. Wohne ich am Meer, dürfen ausnahmsweise auch Anker, Steuerrad und Seil (aber bitte kein Nachbau) einziehen. Nur das Fischernetz als Dekoelement würd ich nicht mal da gelten lassen ;-) 

Für die kommenden Jahre gilt: Es muss hochwertig sein und auch aussehen. Selbst gebastelte Möbel gehören der Vergangenheit an - beste Materialien und auch gutes Handwerk kommen zum Zug. 

Heute starte ich mit Trend Nummer eins:

Die Küche wird wohnlicher!


Endlich, endlich, endlich ist die Zeit der weißen Hochglanz-Küchen vorbei. Während vereinzelt noch immer Küchenverkäufer mit ihrem Nummer-1-Argument locken, dass eine Küche aus diesem Material so pflegeleicht sei, so wissen wir es mittlerweile besser. Es stimmt einfach nicht! Und ganz ehrlich: Eigentlich möchten wir unser Zuhause so gemütlich und behaglich wie möglich gestalten, oder? Und dann stellen wir uns freiwillig einen riesigen Hochglanz-Klotz mitten in den Wohnraum? Das geht besser! Nämlich mit Küchenmöbeln, die so gar nicht mehr nach Küche aussehen: Arbeitsplatten, die hinter Wänden verschwinden, Küchenschränke, die wie Sideboards aussehen und in die Herdplatte integrierte, fast unsichtbare Dunstabzüge! Schon allein der Trick, die Oberschränke wegzulassen und stattdessen Bilder aufzuhängen, hat eine große Wirkung.

"Wir sehnen uns nach Küchen, die sich unaufdringlich in den Wohnbereich einfügen und nicht wie ein Hightech-Koloss den halben Raum einnehmen!"

Bei den Fronten ist zur Zeit ganz klar schwarz der Renner, Echtholz kommt auch wieder (sehr cool: schwarz gebeizt) und weiß ist nach wie vor top - vor allem, weil's uns auch in 20 Jahren noch gefällt :-)

Keine Hängeschränke, sondern offene Regale sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Foto: Wearth London
 
Wenn die Küche wie eine Sideboard daher kommt. Foto: Warendorf

Dass sich hier eine Küche befindet, sieht man erst auf den zweiten Blick. Foto: Ligne Roset

Hier fügt sich die Küche unaufdringlich in den Wohnraum ein. Foto: Meir Australia Pty Ltd

Black is beautiful. Foto: QUU Design

Schon gespannt auf Trend Nummer 2?


Lieben Gruß
Lisa